Deutschland

Neben der omnipräsenten Bierkultur, den verstopften tempofreien Autobahnen und dem manchmal ermüdenden Fussballfieber existiert eine beachtliche Weinkultur bei unseren germanischen Nachbarn. Vor allem wenn man einmal in einem Weinbaugebiet entlang der Weinstraße, oder einem Flusstal, etwas Zeit verbracht hat und zwischen Rheinromantik in der Drosselgasse hängen geblieben ist. In Letzterem findet man in einem Lokal übrigens noch Riesling aus dem 19. Jahrhundert auf der Raritätenkarte. Was sagt uns das? Entweder, dass die Deutschen keine alten Weine trinken, oder dass deren Weine so verdammt gut und lagerfähig sind und man schnell dort hin sollte diese Schätze zu probieren.

 

Dass Riesling vermutlich die beste Rebsorte der Welt ist müssen wir hier nicht ausdiskutieren. Vorausgesetzt man muss schon wieder ein Ranking veranstalten und Medaillen verteilen. Eigentlich muss man das nur beim Skifahren... der Rest auf der Welt sollte Spaß machen. Der Spätburgunder (ein Synonym und Klon des Pinot Noir) ist übrigens auch noch eine ernstzunehmende Machenschaft und hat schon manchen Burgunder-Fan bei einer Blindverkostung vom Hocker gehauen.

 

Die Weine der berühmten Mosel zählten einst zu den teuersten der Welt und haben in Sachen Kostbarkeit, auch jetzt wo sie (meistens) erschwinglich, sind nichts verloren. Weiter gibt es in Rheinhessen fantastische Weissweine in Sortenvielfalt. Die Pfalz ist gross und breit gefächert. Feine Rieslinge und Spätburgunder gibt es dort zu entdecken. In Baden-Württemberg wird es vom Terroir her spannend, v.a. am Kaiserstuhl, wo die Reben tief in vulkanisches Gestein hinein ragen und der sonnige Süden für physiologische Reifung sorgt. Durch florale Aromen lassen sich die leichten Rheingau-Rieslinge identifizieren und die Rieslinge mit der rassigen Säure, die findet man am Ufer der Nahe.

 

Fazit am Ende des Tages: "Everything happens for a Riesling."